|
Ich will nicht abstreiten, dass es Hundehalter gibt, die sich einen Weimaraner kaufen, weil er so schick silbern ist, oder einen Deutsch Drahthaar, weil er in ist.
Auch ich kann nicht abstreiten, dass ich Aika gesehen haben und sie “wollte”. Die und keine andere, stand für mich fest, als ich sie beim Stöbern im Internet auf einem Fotot im Tierheim Tensbüttel-Röst entdeckte.
Aber bei Aika stellt sich nicht die Frage “warum ein Jagdgebrauchshund?”, sondern “warum Aika?”.
Vorbelastet war ich durch meine erste Hündin, ein DSH-GM Mix. Sie war 4 Wochen jung als ich sie bekam. Eine handvoll Hund, noch unkoordiniert in den Bewegungen, die Augen noch bläulich. Der Tierarzt war ensetzt, dass wir mit einem so jungen Welpen kamen - wir wussten es damals nicht besser - aber wir haben sie mit Babynahrung aufgepäppelt und sie ohne Probleme durch wichtige Prägephasen gebracht, von denen wir damals noch nichts wussten.
Rio war eine Traumhündin. Ihre Bindung zu mir war sehr eng und ihr Jagdtrieb war sicherlich da, doch durch die enge Bindung war sie immer gut lenkbar und abrufbar.
Als ich Aika auf dem Foto sah, hatte ich das Gefühl ich würde in Rios Augen sehen und ich glaube das - und die Tatsache das Aika eine GM war, wie bei Rio der Vater - war der Grund warum ich “mein Herz an sie verloren habe”.
Die “Ernüchterung” kam, als ich feststellte, dass Aika Kreise mit einem Radius von ca. 500 Metern um mich herum zog, immer mit der Nase am Boden. Und mit eben dieser “Ernüchterung” kam die Erkenntnis es muss etwas passieren. Ich fing an im Internet zu stöbern und das was ich dort innerhalb von 12 Monaten lernte, habe ich in meinen ganzen Lebensjahren vorher nicht gelernt. Natürlich kam es Aika und mir zugute.
Nach anfänglicher Unsicherheit, weil ich der Meinung war ich müsste Aika in eine Form pressen, in die sie nicht passte - Stichwort argerechte Auslastung, für die sie sich null interessierte - kam ich für Aika und mich zu dem Schluß, dass ich mich auf mein Bauchgefühl verlasse und somit allen guten Ratschlägen und Lerntheorien trotzend, keine Ersatzbeschäftigung zum Ausgleich mit meiner Jagdgebrauchshündin mache, sondern sie einfach Nasensau sein lasse.
Sie dankt es mir mit ihrem Vertrauen und der Tatsache, dass ich sie in 97% aller Fälle ohne Leine laufen lassen kann, weil sie abrufbar ist.
Ich will niemanden dazu raten sich einen Jagdgebrauchshund zu holen, ich selber würde mir bestimmte Rassen - so gut sie mir auch charakterlich und optisch gefallen - niemals ins Haus holen, ebenso wenig wie ein GM aus jagdlicher Leistungszucht oder ein “Jäger” von einer der vielen Tierschutzorgas zu mir käme, aber ich möchte hier deutlich machen, das “der passende Hund” für einen nicht immer rasseabhängig ist.
|